Kirchengemeinde St. Marien in Himmelpforten

St. Marienkirche

Bei der Kirche 8
21709 Himmelpforten

Öffnungszeiten
Offene Kirche von April bis September Dienstag - Samstag 10 - 12 Uhr u. 14 - 16 Uhr
Beschreibung
Die St. Marienkirche in Himmelpforten hat keinen Kirchturm, nur einen kleinen Dachreiter. Das ist in dieser Gegend eher ungewöhnlich. Dieses Gotteshaus gehörte zu dem Zisterzienserkloster Porta Coeli, die "Pforte zum Himmel". Die Zisterzienser legten Wert auf ein bescheidenes Leben und auch auf bescheidene Kirchen, bei denen auf einen Turm verzichtet wurde. 1255 siedelte eine kleine Gruppe von Nonnen von der anderen Seite der Oste nach Eulsete, dem jetzigen Himmelpforten. Auf einem Sandrücken inmitten sumpfiger Landschaft entstanden Kloster, Kirche (1330) und Mühle. Nach dem um das Jahr 1556 die Reformation in Himmelpforten eingeführt wurde, blieb das Kloster als evangelisches Damenstift bestehen.Die ursprüngliche Kirche war größer, höher und besaß ein Kreuzgewölbe. 1737 wurde die baufällige Kirche größtenteils abgerissen und mit dem alten Baumaterial in der heutigen Größe wieder aufgebaut. Nur ein Teil der Apsis und der östliche Teil der Nordmauer, außen mit den großen eisernen Türangeln erkennbar, sind erhalten geblieben. 1738 wurde die Kirche eingeweiht.Die Kirche bekam erst 1834 (96 Jahre nach der Einweihung) eine Orgel. Sie wurde in Stade gekauft, als die dortige Nicolaikirche abgerissen werden sollte. Das Hauptwerk, Brustwerk und Pedale erwarb Himmelpforten, das Rückpositiv wurde nach Kirchlinteln bei Verden verkauft.
Die Orgel wurde 1587-1590 unter Verwendung älterer Register von Hans Scherer dem Älteren und Antonius Wilde gebaut. Sie ist somit eine der ältesten Orgeln im Landkreis Stade. Arp Schnitger baute die Orgel 1677 noch einmal um. Die Orgel hat 24 Register und 1.500 Pfeifen.
1955/1956 geschah ein durchgreifender Umbau durch Paul Ott (Göttingen) und 1987 setzte A. Führer (Wilhelmshaven) die Orgel nach einer Kirchenrenovierung in Stand. Leider gab das Orgelwerk die qualitätsvollen Klänge Scherers über lange Zeit nur noch in Maßen wieder.
2014 erfuhr die Orgel eine grundlegende Restaurierung auf dem Zustand von 1956. Dabei wurden die historischen Pfeifen aus dem 16. Bis zum 19. Jahrhundert klanglich profiliert und die Pfeifen von 1955/56 an diese Pfeifen angeglichen. An der Treppe zur Empore befindet sich ein Opferstock aus dem 16. Jahrhundert, in dem auch heute noch nach jedem Gottesdienst für die Diakonie der eigenen Gemeinde gesammelt wird. Auch der Altar der Klosterkirche war so morsch, dass er nicht wieder verwendet werden konnte. Es wurde ein Kanzelaltar gebaut, da man zur damaligen Zeit die Predigt von der Kanzel wichtiger als die Handlung des Abendmahls vom Altar aus ansah. Die beiden ovalen Schilder am Altar tragen die lateinische Inschrift "Vere hic est nihil aliud nisi domus die et porta coeli. - Hier ist nichts Anderes als das Haus Gottes und die Pforte des Himmels." (1.Buch Mose, Kapitel 28). Nach dieser "Porta Coeli" bekam das Kloster seinen Namen, später auch der Ort Himmelpforten.
Über dem Altar sieht man einen Strahlenkranz, darin ein gleichseitiges Dreieck als Symbol der Dreieinigkeit Gottes mit der hebräischen Inschrift "Jahwe - Ich bin der, der für dich da ist."